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Insekten haben mich schon immer fasziniert. Ihre Farben und Formen (Panzer, Härchen, Facetten usw.) sind ein wahrer Schatz an Inspiration. Als Graffiti auf der Wand in überdimensionaler Größe und Farbverfremdung lässt sich aus den kleinen Brummern ein ausgewachsenes Motiv mit beeindruckender Wirkung gestalten.

Hard Facts

  • Untergrund: verputztes Mauerwerk
  • Größe: ca 3 x 7 Meter

Die geeignete Vorlage erstellen

Pink Wasp Vorlage erstellen

Aus meiner Fotosammlung wähle ich eine Makroaufnahme einer Hornisse. Die Perspektive liegt sehr tief und das Insekt ist gut von Vorne zu erkennen, was den überdimensionalen Effekt an der Wand noch unterstreicht (im Gegensatz zur üblichen Draufsicht). Wichtig ist mir dabei auch, dass das Bild sehr scharf und gut aufgelöst ist, damit ich sämtliche Details gut erkennen kann. So habe ich genügend Bildinformation um einen derartige Vergrößerung glaubhaft umsetzen zu können.

Das Foto bearbeite ich am PC in seiner Farbskala und ändere diese auf Pink. Dann suche ich mir aus meiner Skizzenmappe einen passenden Schriftzug aus.

Einen Schriftzug wählen

Mit diesen Vorlagen und den Farben gehe ich dann auch schon direkt zur Wand.

Vorzeichnen an der Wand

In der Freiluftwerkstatt habe ich zwar viel Platz (über 150m² Wandfläche), dennoch ist er begrenzt und alte Werke müssen früher oder später den Neuen weichen.

In diesem Fall übermale ich eine Figur, welche ich anlässlich eines Fan-Art-Contests gesprüht habe. Ich setze also ein Medium Cap auf Schwarz und male die Konturen direkt aufs Mauerwerk.

Vorzeichnen an der Wand

Lass dir Zeit beim vorzeichnen, später wird es dann schwierig noch grundlegende Veränderungen vorzunehmen. Gelungene Proportionen und guter Bildaufbau sind bei großen Formaten vor allem für Anfänger eine Herausforderung!

Hintergrund anlegen

Hintergrund anlegen

Nachdem ich mit der Vorzeichnung zufrieden bin, beginne ich mit der Wandfarbe den Hintergrund zu rollen. Dabei verwende ich weiß, schwarz, pink und violett in diversen Mischungsverhältnissen um eine dichte, dynamische Struktur zu erzeugen. Hier kannst du dich komplett austoben und die Eigenart der Walze als Malmittel ausreizen.

Die Vorzeichnung wird dabei fast zur Gänze übermalt.

Hintergrund verfeinern und Formen anlegen

Hintergrund verfeinern und erste Formen anlegen

Nachdem die Fläche gefüllt ist, setze ich noch einige Akzente in Form von Spritzern ins Bild. Dazu verdünne ich die Wandfarbe und werfe Sie an die Wand. Es erfordert Übung und Erfahrung, damit die Farbtropfen so landen und abrinnen, wie man es sich vorstellt. Am besten testest du das vorher auf einer Probefläche.

Dann lege ich die Konturen der Schrift nochmals in Schwarz über den Hintergrund. Je kürzer der Abstand von Dose zu Wand, desto feiner werden die Linien.

Tipp: Immer mit Atemschutz arbeiten, auch im Freien!

Hornisse skizzieren und Schatten auftragen

Insekt skizzieren und erste Schatten anlegen

Nun nehme ich mir meine vorbereitete Fotografie zur Hand und platziere das Insekt in mein Bild. Auch hier ziehe ich mit Schwarz vorerst nur die Konturen vor.

Danach lege ich Schatten an, indem ich mit Schwarz und einem Softcap aus großer Entfernung (ca. 50cm) sprühe. So ergeben sich sehr weiche Konturen und Verläufe. Es ist wichtig die Schatten jetzt schon zu sprühen, da es sich hinterher schwer bewerkstelligen lässt. Ich arbeite im Schichtaufbau, denn in keinem der Schritte arbeite ich mit Folie oder Abdeckband. Dies würde bei der schieren Größe einfach zu viel Aufwand bedeuten, zumal es sich ohne diese Hilfsmittel viel flüssiger malen lässt und der geübte Maler mit der Sprühdose durchaus in der Lage ist, haarscharfe Kanten und feinste Details auszuarbreiten.

Dem Motiv Volumen verleihen

Wie im Graffiti üblich schreibe bzw. sprühe auch ich die Buchstaben meines Namens SIUZ immer wieder aufs Neue und auf neue Art und Weise. Am liebsten fertige ich die Buchstaben als verschlungene, dreidimensionale Formen mit viel Dynamik an. In diesem Fall sind die Buchstaben Lila und Grau. Da die Farben in den Dosen fertig abgemischt sind, sollte man sich eine Farbskala von jedem Ton zulegen. z.B. Hell-, Mittel- und Dunkelgrau. Ich arbeite meist mit 3-5 Abstufungen jeder Farbe + Schwarz und Weiß zur Erhöhung des Kontrastes.

Dann beginne ich mit den im Motiv am weitesten hinten befindlichen Formen und arbeite mich dann Stück um Stück zu den vordersten Bildteilen durch. Dabei verwende ich ein Outline Special Cap, der sehr scharfe Kanten und weichen, mittleren Farbauswurf hat. So kann ich einerseits scharfe Konturen ziehen, gleichzeitig mitttelgroße Bereiche füllen und andererseits weiche Farbverläufe erzeugen ohne den Cap wechseln zu müssen.

3D Formen ausarbeiten

Leuchtkraft erhöhen und das Insekt anlegen

Die Schrift ist soweit fertig. Nun stelle ich noch einen Verlauf der Buchstaben mit der Farbwalze her und lege zum Schluss nochmals einen zarten Farbnebel mittels Soft- oder Fatcap aus großer Entfernung mit der Dose darüber um einen weichen Übergang zwischen den Medien zu erzeugen.

Leuchtkraft erhöhen und Hornisse anlgegen

Im Hintergrund des Insekts befindet sich eine pinke Fläche. Diese möchte ich noch mehr zum Leuchten bringen und daher betone ich diesen Bereich mit einem kräftigen Pink aus der Sprühdose. Jetzt kann ich das Insekt darübersetzen und so beginne ich mit dem Hinterleib und den Fühlern. Da ich, wie im Foto, eine leichte Tiefenunschärfe erzeugen möchte, arbeite ich hier mit Softcap und aus etwas größerer Distanz, ähnlich wie bei der Herstellung der Schatten in Step 5.

Insekt ausarbeiten

Insekt ausarbeiten

Bevor ich mich an die Details mache, setze ich noch einige Spritzer ins Bild um eine schöne Tiefenwirkung zu bekommen und ziehe die Schriftzeichen fertig, sodass ich die Hauptdarstellerin darübersetzen kann.

Highlights am Insekt setzen
Feine Härchen am Hornissenkopf malen

Zunächst verstärke ich die Konturlinien (alles mit Skinnycap) und lege die dunkelsten Flächen mit Schwarz fest. Nun arbeit ich mich von den dunklen Tönen zu den immer helleren durch. Dabei achte ich darauf, die feinen Strukturen am Kopf gut wiederzugeben und die Volumen herauszuarbeiten. Dazu lasse ich u.a. das Pink des Hintergrundes an den Unterseiten des Kopfes wieder durchscheinen. Danach setze ich mit einen Stencil Cap die feinen Härchen, die wie eine Mähne um den Kopf der Hornisse liegen. Da mit diesem Cap viel Farbe überläuft solltest du ihn nur im Kombination mit Skinnycaps verwenden und die Handhabung etwas üben.

Letzte Highlights setzen

Letzte Highlights einarbeiten

Zum Schluss deute ich noch die Fühler und Beine an und setze mit Weiß aus nächster Nähe (unter 2cm Abstand) einige Highlights in den Kopf des Insekts. Da die Wand statisch ist, wird das Licht immer von derselben Seite her auf die Wand fallen. Bei meinen Bildern berücksichtige ich daher gern die reale Lichtsituation und setze Schatten und Glanzlichter dementsprechend. So wir die räumliche Wirkung noch verstärkt.

Das Bild ist fertig!

Die fertige Pink Wasp

Die Arbeit auf Mauerwerk ist großartig, denn Sie bietet sehr viel Platz auf der einen Seite und durch ihre Beschaffenheit (Putz, Kratzer, Sprünge...) eine schöne Grundstruktur auf der anderen Seite.

Da, wie oben bereits erwähnt, ein Übermalen der Bilder nicht zu vermeiden ist, fotografiere ich die Werke in bester Auflösung. Diese sind dann als Fine Art Prints in geringer Auflagenzahl erhältlich.

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Der Beitrag hat 1 Kommentar

Kommentiert von Roland R.

09.02.2020

Sehr sehr guter Beitrag!!! Toll und ausführlich beschrieben ein richtig guter Step by Step und das Ergebnis WOW👍👍👍👍 Vielen Dank für die Bemühungen!